In Liechtenstein gibt es wieder ein Casino!

Vor allem Spielbegeisterte aus der Ostschweiz und Zürich dürften sich freuen, denn im kleinen an unsere Schweiz angrenzenden Fürstentum Liechtenstein gibt es wieder ein Spielcasino! Die süddeutschen und ostschweizer Spielbanken und das Casino Bregenz bekommen damit einen neuen Konkurrenten, der von einer Novomatic-Tochterfirma betrieben wird. Die Spielstätte, die am 9. August in Ruggell eröffnet wurde, ist das erste Casino seit 171 Jahren!

Novomatic-Tochter betreibt Spielbank im Fürstentum

Die Spielbank wird von der Novomatic-Tochterfirma Casino Admiral Liechtenstein betrieben. An der Firma sind die Unternehmen Grand Resort Bad Ragaz (u.a. Betreiber des Casino Bad Ragaz) und die ACE Casino Holding beteiligt. „Der Standort befindet sich im sogenannten 3-Länder-Eck und bildet die optimale Ergänzung zum Heimatmarkt Österreich“, so Novomatic zu Beginn des Jahres, nachdem der Mietvertrag unterfertigt wurde.

Die erste Spielbank seit 1846

Das letzte Casino wurde im Jahr 1846 geschlossen. Das Fürstentum musste über 171 Jahre auf eine neue Spielstätte warten. Immer wieder entschieden sich die Regierungschefs gegen ein Casino. Doch nun steht in Ruggell, im Norden des Fürstentums, die neue und einzige Spielbank von Liechtenstein zur Verfügung. Der Eintritt ist kostenlos, die Besucher müssen sich nur an eine „legere Kleiderordnung“ halten. Im Casino arbeiten 45 Mitarbeiter.

Natürlich hatte die Politik zu Beginn noch Probleme mit der Umsetzung. Mario Frick, der frühere Regierungschef, sprach sich noch im Jahr 1999 gegen ein Casino aus. „Ich will keinen Eldorado-Touch im Fürstentum“, so Frick gegenüber dem Sender „Radio L“. Der Bann wurde Mitte 2010 gebrochen. Das Parlament stimmte dem neuen Entwurf des Geldspielgesetzes zu und hob in weiterer Folge auch das Glücksspielverbot auf, das im Jahr 1949 beschlossen wurde. Das neue Glücksspielgesetz lockte zwei Unternehmen an, die sich um eine Konzession bewarben. Ein Bewerber hat die Konzession bekommen, der andere Bewerber zog vor Gericht. Ein langer Rechtsstreit war die Folge – ein weiterer Grund, warum das Casino erst im Jahr 2017 eröffnet werden konnte. Das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass die Ausschreibung wiederholt werden muss – eine neuerliche Ausschreibung fand jedoch nie statt. Das Parlament und die Regierung hatten keine Lust auf weitere Streitigkeiten und starteten daher einen neuen Anlauf, wobei sie die gesetzlichen Bedingungen veränderten. So wurde das Konzessionssystem zu einem Polizeibewilligungssystem verändert. Nun kann sich also jener Betreiber um eine Bewilligung bemühen, der sich auch dazu berufen fühlt. Eine Konzession, die im Vorfeld die Vergabe regelte, ist also nicht mehr notwendig.

Die Betreiber glauben an den Erfolg

Natürlich hoffen die Casino-Betreiber auf gute Geschäfte. Einerseits spricht die Region (3-Länder-Eck) dafür, andererseits auch die Tatsache, dass viele Liechtensteiner jetzt eine Spielbank „vor der Haustüre“ haben. Bislang mussten die Liechtensteiner rund eine halbe Stunde mit dem Auto fahren, bis sie endlich ein Casino erreichten. Zudem überzeugt das Casino mit dem Vorteil, dass es tiefere Steuersätze gibt – diese befinden sich in Liechtenstein zwischen 17,5 Prozent und 40 Prozent. Je höher der Ertrag, desto höher auch der Steuersatz. In Österreich liegt der Steuersatz bei 30 Prozent. Hier in der Schweiz müssen sogar zwischen 40 Prozent und 80 Prozent des erspielten Bruttobetrages an den Staat abgegeben werden. Der durchschnittliche Abgabesatz betrug in den letzten Jahren 56 Prozent.

Quelle: diepresse.com

Kategorie: News